Psychosomatik

Psychosomatik – wenn die Seele von sich über den Körper spricht

Was bedeutet Psychosomatik?

Das Wort Psychosomatik ist zusammen gesetzt aus Psyche (Seele) und Somatik (Soma = Körper, körperlich erscheinend). Man könnte Psychosomatik übersetzen wie „seelische Aspekte, die sich auf körperlicher Ebene zeigen“. Meistens werden damit Störungen und Krankheiten gemeint, die einen seelischen Ursprung haben. Manchmal wird es auch so übersetzt und bewertet, dass die somatischen (körperlichen) Krankheiten echte Krankheiten sind und psychosomatische nur eingebildete, also unechte. Wer die Diagnose bekommt: „Das ist psychosomatisch.“ fühlt sich oft verunsichert, abgewertet und nicht ernst genommen. In der Psychosomatik wird auch oft in erster Linie eine seelische Störung bzw. Krankheit gesehen. Vertauscht man die Wortbestandteile „Psycho“ und „Somatik“ und macht daraus Somatopsychologie oder somatopsychisch meint man damit körperliche Krankheiten die auf die Seele wirken.

Körper, Geist und Seele sind immer eine Einheit

Keines im Leben gibt es ohne das Andere. Jede Störung wirkt auf der körperlichen und auf der seelischen Ebene. Was immer wir erleben, es ist psychosomatisch oder somatopsychisch. Das kann jeder bei sich selbst feststellen. Wer sich im Urlaub eine Magen-Darm-Infektion eingefangen hat (körperliches Symptom) wird eher selten freudestrahlend und wohlgelaunt (psychisch) tanzend die freien Tage genießen. Freudiger Ausdruck passt nicht mit einem kranken Körper zusammen. Das Leid zeigt sich immer auf beiden Ebenen. Wer einen Termin hat mit seinem fiesen Vorgesetzten hat wird wahrscheinlich nervös werden(psychisch), Atem-, Pulsrhythmus und der Blutdruck steigen (körperlich). Es können sich Verdauungsprobleme und Übelkeit einstellen.
Kinder haben noch direkteren Zugang zu inneren Kräften und ihr Organismus lässt bei sehr unangenehmen Ereignissen schon mal echte Bauchschmerzen, Übelkeit oder nachweislich Fieber entstehen. Sobald sich das Unangenehme auflöst, können die Symptome sich schnell wieder verflüchtigen. Erwachsene sind in der Lage das gesellschaftsfähiger und weniger offensichtlich zu machen. Das kann auch geschehen, ohne bewusst etwas davon mitzubekommen.
So gesehen gibt es Symptome, die mit heutigen schulmedizinischen Mitteln erfassbar bzw. behandelbar sind und solche die es nicht sind.
Letztere verlangen offensichtlich ganz andere Behandlungswege. Jemanden das Gefühl zu vermitteln gar keine echte Krankheit zu haben bzw. ein Simulant zu sein erscheint wenig hilfreich.

Psychosomatik, Somatopsychisch, Psychoneuroimmunologie und Körper-Seele-Einheit

Die Sichtweise, dass Körper, Geist und Seele zusammen gehören ist nicht neu. Es gab sie schon vor tausenden von Jahren. Sie wird aber mehr und mehr wieder entdeckt und inzwischen sogar erforscht. In der Psychoneuroimmunologie oder Psychoimmunologie erforscht man die Wechselwirkung von Psyche, Nerven und Immunsystem. Das Besondere an diesem Forschungsgebiet ist zudem, dass sich Spezialisten aus verschiedenen Bereichen gemeinsam diesem Thema widmen. Über die Psychoneuroimmunologie konnte mit wissenschaftlicher Akzeptanz nachgewiesen werden, wie psychotherapeutische Maßnahmen auf der körperlichen Ebene wirken und das Immunsystem beeinflusst werden kann. Die Wirkung der Psyche auf die körperliche Gesundheit ist offenbar viel entscheidender als lange angenommen. Die 400 Jahre alte Trennung von Körper und Seele macht durch die neuen Erkenntnisse immer weniger Sinn. Dadurch verändert sich zunehmend die Haltung zur Psychosomatik. somatisches wird psychisch und psychisches gleichzeitig somatisch.

Wann wird Somatisches psychosomatisch oder welche Krankheiten sind psychosomatisch?

Das Wort Psychosomatik wird meist verwendet wenn es körperliche Symptome gibt, die nicht auf die übliche Art erklärbar sind oder wenn das Symptom sich vielfältigen Behandlungen zu widersetzen scheint. Das geschieht sehr eindrucksvoll bei vielen chronischen Krankheiten. Wie aber wird eine „normale“ Krankheit psychosomatisch? Wo ist die Grenze und wie erkennt man sie? Wie schafft die Psychosomatik es bei unerklärlichen, bestimmten oder chronischen Krankheiten da zu sein und sonst (angeblich) nicht? Wie entstehen rein körperlich oder rein seelisch definierte Krankheiten, wenn doch immer beides zusammen wirkt?
Je nachdem wen man nach typischen psychosomatischen Krankheiten fragt, bekommt man unterschiedliche Antworten. Am ehesten taucht die Bezeichnung „psychosomatisch“ auf z.B. bei Ess-Störungen, Symptome bei Kreislauf und Blutdruck, Magen-Darm-Probleme, chronische Schmerzen aller Art, Asthma, Hautprobleme, Symptome in Muskulatur und Skelett, Krankheiten ohne organischen Befund oder wenn nichts zu helfen scheint. Übernimmt man die Sichtweise, dass es Körper, Geist und Seele auch in Krankheits-Symptomen immer nur zusammen gibt, erweitert sich das Feld wesentlich und man müsste eher fragen welche Krankheiten nicht psychosomatisch sind.
In unserem körperlich orientierten Gesundheitssystem suchen die Betroffenen bei körperlich erscheinenden Beschwerden zunächst Hilfe bei einem Arzt. Die körperliche Untersuchung und Behandlung wird gemacht weil diese bezahlt wird. Die seelischen Aspekte spielen dort nicht nur deswegen kaum eine Rolle.

Wie Psychosomatik behandelt werden kann

Um eine psychosomatische Behandlung zu machen müssen Sie die körperliche Behandlung nicht beenden. Bei der Behandlung von Psychosomatik ist zudem kein anatomisches Wissen nötig. Sinnvoll ist eine Therapeut, der sich mit inneren psychosomatischen Dynamiken auskennt. Die Seele agiert vollkommen eigenständig über eine individuelle Kommunikationsform, die sogar von Menschen zu Mensch unterschiedlich ist. Den Körper kann man dabei als Ausdrucksorgan der Seele sehen. Er ist in der Lage seelische Bedürfnisse über körperliche Symptome mitzuteilen.

Deutlich wird diese individuelle, psychosomatische oder somatopsychische Dynamik beim Träumen

Im Traum sind wir ganz im Unbewussten und verarbeiten in der eigenen Traumsprache innere Themen. Jeder träumt anders und bei jedem bedeuten die inneren Wahrnehmungen was anderes. Das Unterbewusstsein verschlüsselt die Inhalte und übersetzt sie z.B. in Bilder. Beschäftigt uns ein Reizdarm werden wir nicht von einer anatomisch korrekten Entzündung träumen, sondern eher von Schmerzen in einer virtuellen Szene oder wir hören die Geräusche von z.B. Blähungen als knurren von einem Tier. Über diese inneren Traumbilder, die auch in Hypnose genutzt werden, kann die dahinter steckende psychische Dynamik deutlich und veränderbar werden.

Über das Träumen bekommen wir auch Anhaltspunkte über die enormen Wirkkräfte der Seele auf den Körper. Jeder träumt ja und die meisten können sich an den einen oder anderen Traum erinnern. Träumen wir von einer schönen Situation, dann fühlen wir uns auch körperlich wohl. Innerhalb weniger Sekunden kann daraus ein Alptraum werden. Herz- und Atemrhythmus erhöhen sich, der Blutdruck steigt, wir schwitzen und zittern vielleicht, es kann uns übel und schwindelig werden. Alles „echte“ körperliche Symptome die eigentlich ohne tatsächlichen Grund da sind, denn wir liegen ja im warmen, sicheren Bett. Bei einigen Menschen laufen ständig solche inneren alptraumartigen Programme ab, ohne bewusst etwas davon zu bemerken.

Wie Hypnose und systemische Therapie bei psychosomatischen Themen helfen kann

Das Zusammenwirken von Körper, Geist und Seele läuft zu über 90 % automatisiert und unbewusst ab. Mit der modernen Hypnotherapie oder hypnosystemischer Therapie wird es möglich mit diesen verborgenen Kräften Verbindung aufzunehmen und innere Muster nachhaltig zu verändern.

Psychosomatik
Körper und Seele sind immer eine Einheit

 

 

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Kurzzeittherapie in Trance im Main-Kinzig-Kreis, Langenselbold